Was müssen wir alles beachten, wenn wir im Konkubinat leben?

Was müssen wir alles beachten, wenn wir im Konkubinat leben?

Nadia 20.08.20 Ø 2 Min. Lesezeit

Wir haben für euch eine Checkliste zusammengestellt, die euch hilft eure Zukunft zu planen und euch abzusichern. Zudem gehen wir darauf ein, was ihr alles in einem Konkubinatsvertrag regeln solltet.

Checkliste für Konkubinatspaare

  1. Konkubinatsvertrag: Habt ihr einen Konkubinatsvertrag geschlossen?
    1. Kostenbeiträge: Habt ihr in der Vergangenheit notiert wer was bezahlt hat und von wem was in die Beziehung gebracht wurde? Das könnt ihr auch in einem Konkubinatsvertrag festhalten - weitere Informationen dazu findet ihr weiter unten.
    2. Eigentum: Für welche Eigentumsform entscheidet ihr euch: Alleineigentum, Miteigentum oder Gesamteigentum?
    3. Quote: Für die Verteilung von Eigentum sind folgende Aspekte relevant: Wer kann wie viel Eigenkapital einbringen? Wer wird wie viel zu den laufenden Kosten beitragen? Was sind die steuerlichen Folgen unter der Berücksichtigung, dass Hypothekarzinsen vom Einkommen abgezogen werden können?
    4. Auflösungsvertrag: Habt ihr schon geregelt, was passiert wenn ihr euch trennt? Im Falle, dass ihr euch trennt, könnt ihr Vereinbarungen in einem Auflösungsvertrag schriftlich festhalten.
  2. Witwenrente: Habt ihr euch mit einer Todesfallversicherung abgedeckt, damit die fehlende Witwenrente abgefedert wird?
  3. Pensionskasse: Habt ihr eine Partnerrente beantragt und die Kasse über das Konkubinat informiert? Am besten trägt ihr euch gegenseitig als Begünstigte bei der Pensionskasse ein, dass die Leistungen im Fall des Todes an den Partner gehen.
  4. Erbschaft: Haben beide Konkubinatspartner ein Testament hinterlegt? Das Testament regelt die jeweiligen Erbteile: Wer erhält welchen Teil des Erbes (Berücksichtigung der Pflichtteile)?
  5. Patientenverfügung/Schweigepflichtentbindungserklärung: Habt ihr bereits eine Patientenverfügung und eine Schweigepflichtentbindungserklärung ausgefüllt? Falls einer von euch notfallmässig ins Spital eingeliefert wird, erhaltet ihr von den Ärzten keine Auskunft über den Gesundheitszustand eures Partners. Wichtig ist deshalb, dass ihr beide eine Schweigepflichtentbindungserklärung oder eine Patientenverfügung ausfüllt.

Was sollte in einem Konkubinatsvertrag geregelt sein?

Ein Konkubinatsvertrag ist nicht zwingend notwendig. Allerdings kann er bei Trennung vor Streitigkeiten vorbeugen. In der Regel sollte er individuell gestaltet werden und ihr solltet euch dafür genügend Zeit einplanen.

Wenn ihr dazu noch Kinder habt, empfiehlt es sich, nicht einfach eine Vorlage aus dem Internet auszufüllen, sondern sich von einem Anwalt beraten zu lassen. Im Konkubinatsvertrag können alle Vereinbarungen detailliert festgehalten werden, die euch wichtig sind. Wie bereits erwähnt, empfehlen wir euch auch eine Vereinbarung zu treffen, was passiert, wenn ihr euch trennt.

Eigentum: Am besten schreibt ihr genau auf, wem was gehört im Sinne einer genauen Umschreibung zur Aufteilung des Besitzes, also Eigentumsform, die Quoten und Stimmrechte beider Partner und Herkunft des eingebrachten Kapitals.

  • Kosten: Die Kosten des Wohneigentums beinhalten Unterhalt, Nebenkosten, Renovationen sowie Zinsen und Amortisationen für die Hypothek. Dabei ist zu empfehlen, dass ihr genau aufschreibt, wer was zahlt.
    • Verdient ihr gleich viel? Dann macht es Sinn wenn ihr alle Kosten gleichmässig aufteilt. Falls jemand mehr verdient und der andere weniger, könnt ihr in Betracht ziehen ob ihr es nach Einkünften macht.
  • Trennung: Hier könnt ihr festhalten wie ihr vorgeht und wie ihr euer Eigentum aufteilt, wenn ihr später getrennte Wege geht. Wer kann zu welchen Bedingungen das Wohneigentum übernehmen oder weiter bewohnen?
  • Unterhalt: Wenn ihr auch Kinder zusammen habt, ist es ratsam, einen Unterhaltsvertrag zu machen. Dieser wird meist bei der Geburt gemeinsam mit der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde KESB erarbeitet. Darin wird vereinbart, wer wie viel Unterhalt bei einer Trennung zahlen muss. Dies ist vor allem wichtig für die Person, die sich mehrheitlich um das Kind gekümmert hat und dafür den Job vorübergehend aufgegeben hat.
  • Vorsorge: Wenn Kinder da sind kann es auch zu Beitragslücken in eurer Vorsorge, sprich in der 1. und 2. Säule, kommen.
    • Pensionskasse: Regelt im Konkubinatsvertrag wie ihr mit dem entstehenden Pensionskassen-Fehlbetrag umgeht.
    • AHV: Das Gleiche gilt für die AHV-Beiträge, da ist es sinnvoll wenn vereinbart wird, dass der erwerbstätige Partner die Beiträge anstelle der anderen Person einzahlt. Denn Beitragslücken können teuer kommen.
    • AHV-Erziehungsgutschrift: Zudem macht es Sinn, wenn dem Elternteil der sich um die Kinderbetreuung kümmert, Erziehungsgutschriften gutgeschrieben werden. Das muss der zuständigen Ausgleichskasse gemeldet werden und lässt sich auch im Konkubinatsvertrag regeln.

Was alles noch geregelt werden muss, wenn dann auch noch Kinder dazukommen

Jetzt wisst ihr, was es als Konkubinatspaar zu beachten gilt. Habt ihr bereits einen Konkubinatsvertrag abgeschlossen? Teilt uns mit was ihr in euren Vertrag aufgenommen habt! Wir haben für euch zusammen mit Experten noch eine weitere Liste von Dingen, die ihr im Konkubinat beachten müsst erstellt. Viel Spass beim Stöbern!