Ehe und Konkubinat: Was sind die Unterschiede?

Ehe und Konkubinat: Was sind die Unterschiede?

Gertrud 12.11.20 Ø 1 Min. Lesezeit

Ihr teilt Tisch und Bett und seid auch ohne Trauschein glücklich? Wunderbar! Vielleicht wollt ihr aber – trotzdem oder deswegen – eines Tages heiraten? Auch wenn dies eure Partnerschaft kaum verändern mag: Die rechtlichen und finanziellen Unterschiede zwischen Konkubinat und Ehe sind erheblich. EmmaLife gibt einen Überblick.

Obwohl die allermeisten Paare in der Schweiz immer noch verheiratet sind, gehen Eheschliessungen seit Jahren zurück. 2019 schlossen hierzulande noch rund 39'000 Paare den Bund fürs Leben, 4% weniger als im Vorjahr. Eheähnliche Beziehungen wie das Konkubinat dagegen gehören immer mehr zum Schweizer Alltag. Was viele nicht wissen: Wer im Konkubinat lebt, geniesst nicht den gleichen rechtlichen Schutz wie ein verheiratetes Paar oder ein Paar in einer eingetragenen Partnerschaft. Daher ist es als nichteheliche Lebensgemeinschaft auch so wichtig, einen Konkubinatsvertrag abzuschliessen.

Was ändert sich durch eine Heirat?

Wenn ihr heiratet, habt ihr gemäss dem im Schweizerischen Zivilgesetzbuch (ZVG) geregelten Eherecht gewisse Rechte und Pflichten. Danach müsst ihr stets im Interesse eurer ehelichen Gemeinschaft handeln, für gemeinsame Kinder sorgen sowie eurem(r) PartnerIn loyal zur Seite stehen. Ausserdem seid ihr als Ehepaar verpflichtet, euch auch in schwierigen Lebenslagen beizustehen und zu unterstützen. Bekommt ihr beiden ein gemeinsames Kind, erhaltet ihr automatisch das gemeinsame Sorgerecht.

Geht es um finanzielle Angelegenheiten (z.B. Lohn oder Schulden), müsst ihr euch gegenseitig Auskunft geben rsp. den anderen um Erlaubnis bitten. Das gilt selbst dann, wenn es das Eigentum eines Ehepartners betrifft. Willst du z.B. deine geerbte Immobilie verkaufen, musst du das Einverständnis deiner/-s PartnerIn einholen. Auch wenn du mit deinem Vorsorgekapital ein Start-up gründen oder eine Bürgschaft eingehen möchtest, brauchst du seine/ihre Zustimmung.