Ehe oder doch lieber Konkubinat - was sind die Unterschiede?

Ehe oder doch lieber Konkubinat - was sind die Unterschiede?

Nadia 18.08.20 Ø 3 Min. Lesezeit

Lebt ihr schon seit einiger Zeit im Konkubinat und seid euch am Überlegen ob ihr den Bund der Ehe eingehen wollt oder seid ihr gerade ganz glücklich so wie es ist? Wir erklären euch die Unterschiede zwischen dem Leben in einer Ehe und eines Konkubinats. Anhand dessen könnt ihr abwägen, was für euch sinnvoller ist.

Ehe vs. Konkubinat - was ist beliebter?

In der Schweiz wurden 2019 insgesamt fast 40'000 traditionelle Ehen und eingetragene Partnerschaften geschlossen. Die gleichgeschlechtlichen Partnerschaften machen keine 2% dieser Zivilstandsänderungen aus. Während das durchschnittliche Alter bei der klassischen Ehe zwischen 33 ♀ und 37 ♂ Jahren liegt, erfolgen eingetragene Partnerschaften in der Regel erst mit Anfang 40 (Bundesamt für Statistik bfs). Als Konkubinatspaar gilt man ab dann, wenn ihr zusammen in der gleichen Wohnung wohnt und ein intimes Verhältnis zueinander habt.

Was heisst es, zu heiraten?

In der Schweiz regelt das Zivilgesetzbuch (ZGB) das Familien- und Eherecht. Als Ehepartner habt ihr Rechte und Pflichten. Wenn ihr in der Umgangssprache den Begriff «eheliche Pflicht» verwendet, meint ihr damit wahrscheinlich etwas scherzhaft die sexuelle Intimität. Sie wird tatsächlich als Teil der Treuepflicht gesehen, im Kern ist die eheliche Treuepflicht aber mit «Loyalität» treffender beschrieben. Ausserdem habt ihr als Ehepaar eine Beistands- und Unterstützungspflicht. Damit ist gemeint, dass ihr Berufs- und Familienaufgaben so einteilt, wie es für beide stimmt und euch gegenseitig in schwierigen Lebenslagen beisteht. Ausserdem gilt es, einander Auskunft zu geben über das Vermögen, allfällige Schulden und den Lohn. Für gemeinsame Kinder aus der Ehe erhaltet ihr automatisch das gemeinsame Sorgerecht. Seit einigen Jahren behalten beide Partner ihr Bürgerrecht, die Nationalität und den Nachnamen -auch nach der Eheschliessung. Dazu aber weiter unten noch mehr!

Was ändert sich, wenn ich ja sage?

Neben den neuen Pflichten gegenüber deinem/r Partner/in, werden einige deiner bisherigen «Handlungsspielräume» eingeschränkt und gewisse Verfahren laufen anders. So kannst du beispielsweise deine Mietwohnung, in der beide leben, nur mit seiner/ihrer Einwilligung kündigen, selbst wenn du den Mietvertrag ursprünglich allein abgeschlossen hast. Dasselbe gilt für den Verkauf der vom Ehepaar bewohnten Liegenschaft; also beispielsweise für deine Villa, die du von deiner Tante zum 18. Geburtstag geschenkt bekommen hat. Hast du vielleicht eine geniale Geschäftsidee und möchtest für dein Startup dein angespartes Vorsorgekapital beziehen? Auch dafür ist eine schriftliche Zustimmung des Partners erforderlich. Bürgschaften darfst du nur mit ehelicher Zustimmung eingehen. Ausserdem erhaltet ihr eine gemeinsame Steuererklärung.

All diese Aspekte werden hier noch einmal im Detail aufgelistet.

Auflistung der Unterschiede zwischen Konkubinat und Ehe

Rechtliche Unterschiede

In der Ehe hat man laut Gesetz eine gegenseitige Beistandspflicht sowie gegenseitiges Beistandsrecht. Falls dein Ehepartner verunfallt, erhältst du ärztliche Auskunft und kannst ihn/sie im Spital besuchen.

Im Konkubinat hingegen fällt die gegenseitige Beistandspflicht sowie das gegenseitige Beistandsrecht weg. Falls du im Konkubinat lebst, erhältst du weder ärztliche Auskunft noch Zutritt zum Spital. Es gilt immer eine schriftliche Erklärung sowie eine Entbindung der Schweigepflicht durch deine/n Partner/in vorzuweisen. Weitere rechtliche Unterschiede beziehen sich auf die Beurteilung von Streitfällen. Zwischen Ehepaaren werden Streitfälle anhand des Ehe- und Ehegüterrechts beurteilt.

Wenn Kinder kommen...

…dann wird es verzwickt für Konkubinatspaare. Im Vergleich zur Ehe, nimmt das Kind von Konkubinatspartnern den Namen der Mutter an und erhält nur das Schweizer Bürgerrecht, wenn die Mutter Schweizerin ist. Wenn dies nicht der Fall ist, nur wenn der Kindsvater Schweizer ist und das Kindesverhältnis anerkannt oder gerichtlich festgestellt ist. Wir haben exklusiv Einblicke in das Leben zweier Konkubinatspaare mit Kindern erhalten - findet hier das Interview und erfahrt was Konkubinatspaare noch beschäftigt!

Steuern

Auch bei den Steuern macht es einen Unterschied ob du verheiratet bist oder im Konkubinat lebst. Bei der Ehe kommt es zu einer gemeinsamen Besteuerung. Dies führt zu Progressionsnachteilen bei Steuertarifen. Allerdings kommt es bei Erbe und Schenkung zu einem niedrigen Steuertarif aufgrund der Ehe.

Im Konkubinat sieht das anders aus. Jeder wird einzeln besteuert. Bei Erbe und Schenkungen werden sie jedoch hoch besteuert und nur je nach Dauer der Wohngemeinschaft entsteht eine Reduktion des Satzes.

Die Auswirkung des Familienstands auf die Vorsorge

Dein Familienstand hat auch einen Einfluss auf deine Altersvorsorge, sprich die 1., 2. und 3. Säule.

Einfluss des Familienstandes auf die 1. Säule

Verheiratete, die das AHV-Rentenalter erreichen (64 J. für Frauen; 65 J. für Männer), erhalten aufgrund einer Plafonierung durch die Eheschliessung weniger Rente. Dadurch entspricht die Höchstgrenze der Rente bei Ehepaaren 3’555 Franken, also max. 150% für beide Personen anstatt 200%.

Konkubinatspaare hingegen erhalten maximal 2’370 Franken Rente pro Person, was sich auf 4’740 Franken belaufen würde. Dies macht einen Unterschied von 1’185 Franken im Monat.

Wenn jedoch ein Partner stirbt, dann erhalten hinterbliebene Ehepartner zusätzlich eine Witwenrente/Witwerrente. Dies ist bei hinterbliebenen Konkubinatspartnern nicht der Fall.

Einfluss des Familienstandes auf die 2. Säule

Auch in der 2. Säule kann es zu Unterschieden der Altersrente zwischen Ehepaaren und Konkubinatspaaren kommen. Bei Ehepaaren erhält der/die Hinterbliebene nur dann eine Rente aus der Pensionskasse wenn er/sie mindestens 45 Jahre alt ist und mindestens 5 Jahre in einer Ehe mit ihrem verstorbenen Ehepartner war oder sie ein gemeinsames Kind gezeugt haben. Im Konkubinat hängt es vor allem von der Pensionskasse ab, ob dem hinterbliebenen Konkubinatspartner Leistungen zugesprochen werden. Es ist dabei wichtig, den/die Partner/in als Begünstigte/r einzutragen bei der Pensionskasse.

Einfluss des Familienstandes auf die 3. Säule

Die dritte Säule ist unterteilbar in Säule 3a und 3b.

In der Säule 3a geht das Vermögen im Todesfall an den hinterbliebenen Ehepartner. Im Konkubinat hingegen hat der hinterbliebene Partner nur unter gewissen Bedingungen Anspruch auf das angesparte Kapital des verstorbenen Partners. Wenn noch Kinder dazu kommen, haben diese im Todesfall das Anrecht auf das Erbe und nicht der/die Partner/in.

In der Säule 3b, also der freien Vorsorge, lohnt es sich für Konkubinatspaare einander zu berücksichtigen, zum Beispiel in Form einer Risikolebensversicherung. Die Vorsorge in der Säule 3b ist in dem Sinne vorteilhaft, als dass die Begünstigung frei wählbar ist. Mit der Todesfallversicherung von EmmaLife kannst du direkt deinen Partner absichern, damit er neben dem emotionalen Schmerz nicht auch noch finanzielle Sorgen hat.

Zusammenfassung

Nun kennt ihr die Vor- und Nachteile, die eine Ehe oder ein Konkubinat in Bezug auf die Vorsorge mit sich bringen. Für welche Form entscheidest du dich und was sind für dich ausschlaggebende Gründe? Teile uns deine Sicht mit!

Weitere wichtige Informationen, was es zu beachten gilt, wenn ihr euch für die eine oder andere Lebensform entscheidet, findet ihr hier!

 

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