Checkliste: Daran sollten unverheiratete Paare denken

Checkliste: Daran sollten unverheiratete Paare denken

Gertrud 17.11.20 Ø 2 Min. Lesezeit

Wenn du im Konkubinat lebst und eines Tages stirbst, kann das deine(n) PartnerIn in finanzielle Bedrängnis bringen. Dies besonders, wenn ihr Kinder habt oder eine gemeinsame Immobilie besitzt. EmmaLife erklärt, welche Themen ihr unbedingt verbindlich klären solltet, wenn ihr ohne Trauschein zusammen lebt.

Während Ehepartner durch das Gesetz geschützt sind, gibt es für unverheiratete Paare keine rechtlich bindenden Verpflichtungen. Spätestens wenn ihr euch trennt oder einer von euch stirbt, können unklare Besitzverhältnisse und Vorsorgelücken schmerzlich zutage treten.

 

Selbst wenn manches für euch heute undenkbar oder noch in weiter Ferne zu sein scheint, solltet ihr auf Nummer sicher gehen und rechtzeitig folgende Massnahmen ergreifen:

 

1. Konkubinatsvertrag aufsetzen

Selbst wenn der Gedanke im ersten Moment vielleicht abschrecken mag: Ein Konkubinatsvertrag hilft, im Trennungsfall Streitigkeiten zu vermeiden. Ausserdem gilt er als Beweismittel gegenüber den Vorsorgeeinrichtungen. Nicht zuletzt bietet er auch eine gute Gelegenheit, miteinander darüber zu sprechen, welche Vorstellungen jeder von «den schlechten Zeiten» hat.

 

  • Eigentum: Wem gehört was? (Inventarliste)
  • Kosten: Wer zahlt was und wie viel? (Aufstellung und Aufteilung Lebenshaltungskosten)
  • Wohnen: Miet- und Wohneigentum (Wer ist der Mieter/Käufer? Finanzierung? Beteiligung Unterhaltskosten?)
  • Kinder: Sorgerecht, Unterhaltsbeiträge

 

2. Vollmachten ausstellen

Anders als bei Ehepaaren habt ihr weder eine gegenseitige Beistandspflicht noch das Recht, einander in Notsituationen beistehen zu dürfen. Um für alle Fälle gerüstet zu sein, solltet ihr euch gegenseitig folgende Vollmachten ausstellen:

 

  • Auskunftsvollmacht: Banken, Versicherungen, Behörden oder Vermieter von der Schweigepflicht entbinden, damit dein(e) LebenspartnerIn Einblick in deine Angelegenheiten erhält.
  • Schweigepflichtsentbindung: Entbindung vom Arztgeheimnis, damit dein(e) PartnerIn sich im Krankheitsfall nach deinem Gesundheitszustand informieren kann.
  • Patientenverfügung: Vertretung deines/deiner PartnerIn im Falle krankheits- oder unfallbedingter Urteilsunfähigkeit
  • Vorsorgeauftrag: Vertretung deines/deiner PartnerIn im Falle seiner/ihrer Urteilsunfähigkeit im Bereich Personen- oder Vermögenssorge

 

3. Vorsorge anpassen

Vielleicht habt ihr euch ja aus steuerlichen Gründen gegen die Ehe entschieden, wollt jeder von einer 100%igen Altersrente profitieren. Damit die Rechnung für euch später aufgeht, solltet ihr bei der staatlichen, beruflichen oder privaten Vorsorge keine Lücken riskieren.

 

  •  Säule (AHV): Betreut einer von euch die Kinder und arbeitet nicht oder nur Teilzeit, sollte der andere dessen Vorsorgebeiträge übernehmen. (AHV-Erziehungsgutschriften sichern) Da euch im Konkubinat keine Witwer- oder Witwenrente zusteht, könnt ihr mit einer Todesfallversicherung vorsorgen.

 

  •  Säule (BVG): Ihr solltet im BVG-Reglement prüfen, ob dein/deine PartnerIn Leistungen erhält und er/sie schriftlich bei der Pensionskasse anmelden. Da eure Pensionskassenguthaben bei einer Trennung nicht halbiert werden und es keinen gesetzlichen Leistungsanspruch gibt, solltet ihr euch mit einer Risikolebensversicherung (auch Todesfallversicherung genannt) absichern.

 

  •  Säule (3a/3b): Auch um die Begünstigungsordnung der gebundenen Vorsorge (3a) auszugleichen (Kinder gleichwertig wie Partner), könnt ihr einander durch eine Risikolebensversicherung gegenseitig berücksichtigen. Betr. freier Vorsorge (3b): Gerade wenn einer von euch für den Haupterwerb aufkommt, während der andere sich um die Kinder kümmert, kann eine Risikolebensversicherung allfällige Vorsorgelücken kompensieren.

 

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4. Testament aufsetzen

Stirbt einer von euch, kommt die gesetzliche Erbfolge zum Zug, d.h. eure Kinder erhalten drei Viertel der Erbmasse. Seid ihr kinderlos, haben eure Eltern Anspruch auf die Hälfte des Nachlasses. (Es drohen z.T. hohe Erbschafts- und Schenkungssteuern!) Wollt ihr sichergehen, dass eure/euer PartnerIn bei eurem Tod nicht leer ausgeht, solltet ihr euch die freien Erbteile gegenseitig in einem Testament vermachen.

 

  • Erbvertrag abschliessen: Kinder verzichten bis zum Tod des(r) Partners(in) auf das Erbe.
  • Für das Aufsetzen der Verträge ggf. einen rechtskundigen Berater hinzuziehen.